"Das Haus der kalten Herzen" von Sarah Singleton

Das Buch erschien im Januar 2010 als Taschenbuch bei cbt. Es hat 288 Seiten und kostet 7,95 Euro. Das Buch ist mit der ISBN-Nr.: 357030647X erschienen. Der englische Originaltitel lautet „Century“. Century ist der Name des Hauses, in dem die Handlung spielt. Mir persönlich gefällt der deutsche Titel besser, weil er noch etwas besser zur Handlung passt. Das empfohlene Lesealter des Verlags ist 12-13 Jahre.

Weitere Informationen über die Autorin sowie eine kurze Leseprobe gibt es unter folgendem Link:
http://www.randomhouse.de/book/edition.jsp?mid=4&serviceAvailable=true&showpdf=false&frm=false&edi=310964#tabbox


Meine Meinung:

Bereits mit dem ersten Kapitel gelingt es der Autorin eine sehr düstere und triste Atmosphäre aufzubauen. Dieses Dunkle ist sehr stark greifbar und packend. Die Beschreibung des Staubs, welcher das ganze Haus bedeckt und des Schimmels war sehr eindringlich. Teilweise hat dies, besonders der Schimmel an den Wänden, an den Vorhängen, an den Kleidern etc. bei mir Gefühle des Ekels hervorgerufen und ich musste mich schütteln. Auch jetzt, wo ich daran denke, ist der Ekel wieder präsent. Gleichzeitig hat dies jedoch auch zum denken animiert, und mir ging immer die Frage im Kopf herum was da wohl los ist, und warum leben die bloß so? Was ist da passiert? Dadurch entwickelte sich Neugierde. Ich war sehr an der Auflösung des Ganzen interessiert und wollte wissen, wie es weiter geht. Während des ganzen Buchs gelingt es der Autorin ausgezeichnet, Stimmungen zu erzeugen und diese auch an den Leser zu übermitteln.

Den Charakteren stehe ich zwiespältig gegenüber. Von allen bekam ich recht schnell ein gutes Bild und konnte mir vorstellen wie sie sind und wie sie ticken und dies hat geholfen, ihr Handeln zu verstehen. Die beiden Hauptcharaktere, die Schwestern Mercy und Charity blieben mir jedoch fremd. Ich bekam einfach keinen Bezug zu ihnen, da die Autorin kein klares Bild von ihnen gezeichnet hat. Die beiden waren unscheinbar und recht gleich, ich habe sie trotz unterschiedlicher Namen auch dauernd verwechselt. Dass die beiden Mädchen so blass und unscheinbar geblieben sind hat mich beim Lesen sehr gestört, und ich konnte nicht verstehen, warum Sarah Singleton sie so gezeichnet hat. Erst gegen Ende des Buchs konnte ich dann besser verstehen, dass dieses unscheinbare und nicht greifbare auch die Art zu Leben der Mädchen darstellt. In ihrem Leben ist alles gleich, trist und trostlos. Mir hat es nicht gefallen, aber die Idee der Autorin die Mädchen im Zusammenhang mit der Geschichte so blass zu zeichnen ist wirklich gut.

Den Schreibstil der Autorin fand ich interessant. Die meisten Passagen waren sehr flüssig geschrieben. Die gewählten Worte der Autorin waren klar und einfach, es gab keine Fremdwörter und keine komplizierten Wörter oder Satzstellungen. Hier lässt sich dann auch gut erkennen, dass das Buch für junge Menschen geschrieben wurde. Einige Passagen waren jedoch sehr langatmig und ich war immer in Versuchung, einfach ein paar Seiten vorzublättern. Diese Mischung aus „gähn“ und „wie geht es bloß weiter?“ führt bei mir normalerweise dazu, dass das „gähn“ Überhand nimmt und ich das Buch abbreche. Hier war dies nicht so, und die „wie geht es bloß weiter?“-Seite hat mich dazu motiviert, weiterzulesen.

Die Geschichte an sich fand ich von der Grundidee her gut. Die Umsetzung hat mir oftmals jedoch nicht so gut gefallen. Ich fand einige Dinge unlogisch. Durch dieses Unlogische war der Verlauf der Geschichte nicht absehbar. Ich denke ein Grund für diese Unlogik und Verwirrtheit ist, dass das Buch quasi rückwärts erzählt wird, denn je mehr man liest, umso mehr erfährt man und so setzt sich das Bild dann Stück für Stück zusammen, und führte dann auch zu einem aus meiner Sicht unlogischen Ende. Am meisten gestört hat mich jedoch, dass das Ende zu viele Fragen offen lässt. Ich würde sogar fast schon sagen, dass es gar kein Ende ist, sondern dass das Buch einfach aufhört.

Das Taschenbuch hat einen Umfang von 288 Seiten. Die Schrift sowie der Zeilenabstand sind recht groß, so dass insgesamt weniger Text zusammenkommt, als 288 Seiten vermuten lassen. Ich denke, diesem Buch hätten einige Seiten mehr nicht geschadet, dann hätte man vieles anders angehen und beschreiben können und das Buch wäre schlüssiger und abgeschlossener geworden.

Mein Fazit:

Ich bin mir unschlüssig, was ich von diesem Buch halten soll. Was ich gelesen habe, war teilweise einfach morbid und abschreckend, andererseits war die Beschreibung sehr märchenhaft. Gut gefallen hat mir, dass die Autorin gut Gefühle erzeugen konnte (auch wenn mir die Gefühle selbst – Ekel – dann nicht gefallen haben). Auch den Plot fand ich gut und die Umsetzung einiger Dinge hat mir auch gefallen. Aber ein ganz großer Minuspunkt sind die stellenweise langatmigen Passagen, die Unlogik die das Werk durchzieht, sowie das merkwürdige Ende. Wirklich zufrieden bin ich mit der Lektüre nicht.

Ich denke wenn man einen Hang zu morbiden und melancholischen Geschichten hat, welche nachdenklich machen, dann ist dieses Buch genau das Richtige. Allen anderen würde ich das Buch nur bedingt empfehlen.

Von mir gibt es 3 Sternchen für dieses Buch.

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