"Mein Weg führt nach Tibet - die blinden Kinder von Lhasa" von Sabriye Tenberken

• Taschenbuch: 271 Seiten
• Verlag: Droemer/Knaur (1. Oktober 2004)
• Sprache: Deutsch
• ISBN-10: 3426776006
• Preis: 8,95 Euro

~ Über das Buch: ~

Sabriye Tenberken beschreibt in ihrem Buch wie sie nach Tibet reist um dort eine Schule für blinde Kinder zu errichten. In Tibet gilt Blindheit als Strafe für ein Vergehen in einem früheren Leben und so haben blinde Menschen es dort sehr schwer. Die Kinder bekommen keine Schulbildung und ihre Lebensbedingungen sind oftmals katastrophal. So wird von einem Mädchen berichtet, welches von ihrer Familie ans Bett gebunden wird, damit es nicht stolpern oder sich verletzen kann.

Sabriyes Vorhaben ist alles andere als einfach. Oftmals wird sie mit ihrem Vorhaben gar nicht ernst
genommen, da keiner sich wirklich vorstellen kann, dass sie als Blinde alleine nach Tibet reisen kann. Auch der bürokratische Weg ist alles andere als einfach, es gibt Probleme mit den deutschen aber auch mit den chinesischen Behörden und fast scheint es schon als würde das Projekt scheitern.

Sabriye schafft es jedoch sich durchzusetzen und errichtet schließlich eine kleine Schule für blinde Kinder in Tibet. Dort bringt sie ihnen die von ihr entwickelte tibetische Braille-Schrift bei und verhilft ihnen auch sonst zu einem eigenständigen Leben.

~ Meine Meinung: ~

Aufmerksam geworden bin ich auf dieses Buch durch eine Rezi in einem Buchforum. Da ich die Thematik sehr interessant finde landete das Buch gleich auf meiner Wunschliste. Vor ein paar Wochen habe ich es dann für nur 1,95 € in einem Mängel-Exemplar Buchladen entdeckt und gleich gekauft.

Der Schreibstil der Autorin ist sehr flüssig und so lässt sich das Buch gut lesen.
Beeindruckt hat mich die bildhafte Sprache und die wunderschönen Landschaftsbeschreibungen. Mehrmals habe ich mich gefragt, wie die Autorin, die ja selbst auch erblindet ist, es schafft eine Landschaft die sie gar nicht sehen kann so bildhaft zu beschreiben.

Sehr interessant zu lesen fand ich auch, wie Sabriye Tenberken beschreibt wie sie sich in einem völlig fremden Land zurrecht findet. Ich finde sie ist damit ein ganz tolles Beispiel dafür, dass Blindheit nicht automatisch völlige Hilflosigkeit bedeutet.

Das Buch selbst hat mir jedoch nicht so gut gefallen, ich fand es stellenweise einfach zu unstrukturiert. Da wird erst seitenweise über etwas berichtet, dann wird das Thema gewechselt nur um später mit ein oder zwei Sätzen nochmal zum vorherigen Thema zurück zu kommen. Andere Dinge wurden total hochgepusht und dann gar nicht mehr erwähnt. Stellenweise wirkte es auf mich so, als wolle die Autorin möglichst viel in dem Buch unterbringen, hatte aber nur eine begrenzte Seitenkapazität und könne sich nicht so ganz entscheiden worüber sie nun schreiben soll.
Abgerundet wird das Buch durch einige Farbfotos, welche sich im Mittelteil des Buches befinden.

~ Mein Fazit: ~

Ich habe das Buch während eines Krankenhausaufenthaltes gelesen, und da war es als leichte Kost nach der Operation gut geeignet. Das Buch lässt sich wirklich leicht und gut lesen und die Thematik ist sehr interessant. Die Autorin hat mich sehr beeindruckt und ich finde es einfach toll, was sie alles erreicht hat und wie sie sich für die blinden Kinder engagiert.

Von mir gibt es 3 Sternchen.

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