"Junkgirl" von Anna Kuschnarowa

Quelle: Beltz
Anna Kuschnarowa:  Junkgirl
Beltz, 2011
Broschiert
222 Seiten
ISBN: 3407742592
Preis: 12,95 €

Inhalt:
"Die Zeit mit Tara war die großartigste Zeit meines Lebens. Und die beschissenste."
Alles begann mit Tara. Der schillernden, wilden, außergewöhnlichen Tara, in die sich die unscheinbare Alissa Hals über Kopf verliebt. Um mit Tara zusammen zu sein, beginnt Alissa heimlich ein Doppelleben, irrlichtert zwischen Sein und Schein, belügt ihre Eltern und nimmt Drogen. Sie erlebt ungeahnte Höhenflüge, ist verzaubert, berauscht, fühlt sich unsterblich. Es scheint, als sei Alissas Sehn-Sucht endlich gestillt. Da zeigen sich tiefe Risse in Taras schillernder Welt ... (Quelle: Beltz)

Meinung:


Direkt zu Beginn serviert die Autorin dem Leser erst einmal das Ende der Geschichte, um die Geschichte dann rückblickend zu erzählen. Eigentlich mag ich dies nicht sonderlich, da es häufig einiges an Spannung aus dem Geschehen nimmt. Im Falle von „Junkgirl“ war dies jedoch anders, denn hier hat es mich nicht so sehr gestört wie sonst. Die Autorin schafft es von Anfang an einen Spannungsbogen aufzubauen und ihn auch zu halten. Und obwohl mir einerseits völlig klar war, was passiert, war ich andererseits einfach neugierig und gespannt darauf, was Alissa erleben wird.

Alissas familiäre Situation wird sehr gut beschrieben, und man erhält ein gutes Bild von ihrem Leben. Einem Leben im goldenen Käfig, welches ich selbst nicht leben wollen würde. Nachdem Alissa Tara kennenlernt, beginnt sie sich zu verändern und sie beginnt auch zu rebellieren und die Gitter des goldenen Käfigs geraten gehörig ins wackeln. Diese Veränderung und die inneren Prozesse, welche in Alissa vorgehen, hat die Autorin sehr gut beschrieben. Nachvollziehbar beschreibt die Autorin auch, wie Alissa mit den Drogen in Verbindung kommt und was sie daran reizt, sie auszuprobieren. Obwohl ich selbst Drogen nichts abgewinnen kann und die Neugierde darauf nie verspürt habe, konnte ich nachvollziehen, wie Alissa in den Bann der Drogen und der schillernden Pseudorealität gezogen wurde. Und gerade dieser Punkt macht Alissas Geschichte für mich zu einer sehr authentischen Geschichte.

Der Schreibstil von Anna Kuschnarowa lässt sich gut lesen. Sie verwendet kurze und prägnante Sätze und verliert sich nicht in langen Beschreibungen. Zu Beginn habe ich dies als etwas gefühlskalt empfunden, finde es jedoch inzwischen als Stilmittel sehr gelungen. Die kurzen, manchmal abgehackt wirkenden Sätze verdeutlichen einfach, wie gefühlsreduziert Alissa durch die Drogen bzw. im Rausch ist.

Und auch wenn man zu Beginn der Geschichte schon weiß, wie sie enden wird, fand ich das eigentliche Ende des Romans durchaus gelungen.  Allerdings kam es mir etwas zu plötzlich und ich hätte mir einige Seiten mehr gewünscht um einen Einblick zu erhalten, was zwischen dem Ende von Taras und Alissas Geschichte und dem Ende des Romans passiert ist.

Fazit:


„Junkgirl“ von Anna Kuschnarowa ist modern geschrieben und behandelt eine zeitlose Thematik. Mir hat der Schreibstil der Autorin gut gefallen, denn er verleiht dem Buch zusätzliche Tiefe und macht die Geschichte authentischer. Die Geschichte hat mich schnell in ihren Bann gezogen und beim Lesen kam ich mir manchmal selbst vor, wie in einem bunten, verzogenen Farbrausch.  Insgesamt hat mir das Buch sehr gut gefallen. Ein Minuspunkt war für mich jedoch das plötzliche Ende.


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