Die "10%-Regel" - über das Abbrechen von Büchern

  
Vor einiger Zeit habe ich irgendwo von der „10%-Regel“ gelesen. Ich weiß leider nicht mehr, ob es in einem Buch war oder ob ich auf einem Blog davon gelesen habe. So sehr ich mich auch versuche, daran zu erinnern, wo ich das gelesen habe, es will mir einfach nicht mehr einfallen. Diese „Regel“ rät dazu, Bücher abzubrechen, wenn sie einem, nachdem man 10 % gelesen hat, nicht gefallen oder einen einfach nicht fesseln können. Früher habe ich mir immer so grob Seite 80 als Maßstab gesetzt und wenn mir ein Buch dann immer noch nicht gefallen hat, habe ich es abgebrochen. Aber gerade bei dünnen Büchern, liest man so ja doch recht viel, ohne dass es einem vielleicht wirklich gefällt. 

Und da mir Lesezeit sehr kostbare Zeit ist, habe ich mir inzwischen angewöhnt, nachdem ich ca. 10% gelesen habe, kurz zu überlegen ob ich weiterlesen mag oder nicht. Meistens stellt sich diese Frage ja gar nicht, aber dann gibt es doch Bücher, die mich einfach nicht so fesseln können, dass ich weiterlesen mag. Ganz aktuell habe ich heute Morgen beschlossen, „Tod und Teufel“ von Frank Schätzing abzubrechen. Ich lese zwar ganz gerne mal historische Romane und finde es auch toll, wenn Köln der Handlungsort ist, aber dieses Buch konnte mich einfach nicht fesseln. 55 Seiten lang habe ich mich gelangweilt und hatte keine Freude daran, weiterzulesen. Also weg damit, auf meinem SuB gibt es sicherlich spannendere Bücher.

Manchmal breche ich ein Buch auch dann ab, wenn ich schon mehr gelesen habe. Dies passiert meistens dann, wenn die Handlung entweder langweilig oder unrealistisch wird, oder mir die Protagonisten auf die Nerven gehen.

Früher habe ich immer versucht, so wenig Bücher wie möglich abzubrechen und habe immer so lange wie möglich gekämpft, ein Buch doch noch zu beenden. Heute frage ich mich, warum ich das getan habe. Denn außer einer nicht ganz so schönen Lesezeit, hat es mir nicht wirklich viel gebracht.
Inzwischen bin ich bekennende Buch-Abbrecherin. Ich möchte von einer Geschichte gefesselt, fasziniert und unterhalten werden, ich möchte mich für die Protagonisten interessieren und möchte einfach meinem eigenen Alltag entschwinden, und in eine andere Welt abtauchen. Deswegen ist mir die Zeit zu schade für Bücher, welche all dies nicht bei mir auslösen.

Wie steht ihr dazu? Brecht ihr Bücher ab? Wenn ja, nach welchen Kriterien? Oder bemüht ihr euch darum, jedes Buch bis zum bitteren Ende durchzulesen? 

Nachtrag 14.07.2012: 

Zu diesem Posting gab es viele tolle und interessante Kommentare. Leider sind sie jedoch beim Blogumzug verloren gegangen :( 

Kommentare:

  1. Ich breche ganz selten Bücher ab. Ich habe immer ein schlechtes Gewissen wenn ich ein Buch nicht komplett gelesen zur Seite lege. Irgendwo hoffe ich immer, dass es noch besser wird...
    Ein Buch das ich abgebrochen habe ist "Herr der Ringe"...irgendwo im zweiten Buch konnte ich nicht mehr. Irgendwann werde ich es aber auch noch einmal damit versuchen.

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    1. "Herr der Ringe" habe ich vor Ewigkeiten auch mal versucht, ich habe es aber auch nicht geschafft. Ich kam mit dem Schreibstil einfach nicht zurecht. Vorgenommen, es nochmal zu lesen habe ich mir irgendwann auch, bislang hatte ich aber noch keine Lust darauf. Und so ganz weiß ich auch nicht, ob die Lust darauf nochmal kommt.

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