[Montagsfrage] Dinge, die ich einfach nicht mehr lesen möchte!


Neue Woche, neues Glück, neue Montagsfrage. Diese stammt wie immer von Janine, welche die Frage auf ihrem Blog paperthin.de in die Runde wirft.

Die heutige Montagsfrage lautet:

"Inspiriert von Yvonnes Artikel »Dinge, die ich nicht mehr lesen kann« möchte ich heute von dir wissen, worauf du in Büchern verzichten kannst. Was geht dir beim Lesen total auf die Nerven? Welche Dinge kannst du nicht mehr lesen?"

Auch ich habe Yvonnes Artikel letzte Woche gelesen und meine Gedanken dazu als Kommentar hinterlassen. Losgelassen hat mich das Thema aber nicht und ich habe weiter darüber nachgedacht, was mich in Büchern so alles stört:

Ich finde es sehr schade, wie unverantwortlich in vielen Büchern mit dem Thema Verhütung umgegangen wird. Da wird nämlich häufig gar nicht drauf eingegangen bzw. die Protagonisten vergnügen sich ohne zu verhüten. Dass so Kinder gezeugt und Krankheiten übertragen werden können, wird dabei völlig verdrängt. Jedoch gerade bei Jugendbüchern finde ich ein, zwei Sätze dazu nicht verkehrt. Natürlich ist ein Roman kein Aufklärungsbuch, aber wer eine Sexszene schreibt, dem sollte es beispielsweise auch gelingen, die Nutzung eines Kondoms in die Szene einzubauen. Mich nervt dieser unverantwortliche Umgang mit Sex inzwischen so sehr, dass ich sowas einfach nicht mehr lesen mag.

3er-Liebesgeschichten kommen in der letzten Zeit ja wieder häufiger vor. In vielen Geschichten werden die beiden miteinander Konkurierenden dann auch so dargestellt, dass einer der "Gute" und einer der "Böse" ist und die Protagonistin fällt natürlich erst einmal auf den Bösen rein. Mich nervt das, und für mich ist dies ein Grund, solche Bücher nicht zu lesen.

Genauso nervig finde ich es, wenn ein süßes, braves und unscheinbares Mauerblümchen auf einmal entdeckt, dass sie besondere Fähigkeiten hat oder in irgendeiner Form auserwählt ist, binnen kürzester Zeit zur Superfrau mutiert und dann die Welt rettet. Das ist einfach unrealistisch.

Bei Krimis und Thrillern stören mich Liebesgeschichten und auch die Privatgeschichten der Protagonisten. Wenn ich ein solches Buch lese, dann lese ich es der Spannung wegen, aber nicht, weil ich eine Liebesgeschichte lesen möchte. Diese Form der Liebesgeschichten wirken häufig auch unheimlich künstlich. Genauso wenig mag ich es, wenn zu viel über das meist problematische Privatleben der Figuren berichtet wird. Gerade den Ermittlern wird ja häufig mal ein Trauma aus einem früheren Fall zugeschrieben, aber natürlich gelingt es ihnen binnen kürzester Zeit dieses Trauma zu überwinden.

Trilogien. Ich mag sie einfach nicht mehr lesen. Ich finde es wirklich schade, dass viele schöne Geschichten nicht als Einzelband erscheinen, sondern künstlich in die Länge gezogen, verhunzt und als Trilogie auf den Markt gebracht werden.

Den Zwang zum Happy-End finde ich auch furchtbar. Für mich muss ein Ende authentisch sein, da muss es nicht immer ein Happy-End geben. Das gibt es im wahren Leben ja schließlich auch nicht. Häufig habe ich jedoch den Eindruck, dass ein Autor versucht noch auf Biegen und Brechen ein Happy-End zu schreiben, worunter häufig die Glaubwürdigkeit der Geschichte leidet.

Wenn ich jetzt noch weiter darüber nachdenken würde, was mich so alles stört, würde mir vermutlich noch mehr einfallen. Aber dies sind erst einmal die wichtigsten Punkte.

Ich werde jetzt noch ein wenig lesen und wünsche euch allen eine schöne neue Woche.

Liebe Grüße,
Jai

Kommentare:

  1. Da kann ich mich überall nur anschließen - außer bei den Trilogien. ;-)

    Diese Dreiecksgeschichten nerven mich nun schon seit einer ganzen Weile ohne Ende. Es kommt einem fast schon vor als MÜSSE so etwas in eine Liebesgeschichte eingebaut werden. Die gut/böse-Kombi ist mir dabei nocht gar nicht so oft untergekommen, häufiger finde ich die Kombination "faszinierender Kerl, den die Hauptfigur erst kennenlernt" und "guter Freund, der jetzt auch die Liebe zur Hauptfigur entdeckt". Einfach nur nervig.

    Das mit der Verhütung ist mir auch schon öfter aufgefallen. Oft auch in historischen und phantastischen Romanen, wo mich weniger der pädagogische Aspekt stört, sondern eher die Tatsache, dass die weiblichen Hauptfiguren da reihenweise schwanger werden müssten, wenn sie in einer Zeit/Gesellschaft ohne zuverlässige Verhütungsmittel so munter durch alle Betten hüpfen ...
    Aber dass es auch in modernen Jugendbüchern nicht thematisiert wird, finde ich auch nicht okay. Ich meine mich zu erinnern, dass es in "Shiver" zur Sprache kommt - das fand ich sehr lobenswert.

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    1. Ja, stimmt. Die Kombination, die du nennst, finde ich auch nervig. Vor allem ist sowas immer furchtbar voraussehend, man weiß halt am Anfang schon, wie das Ende ist und für welchen der beiden Kerle sie sich entscheiden wird.

      Bei historischen Romanen ist mir das auch schon aufgefallen. Da wird selten auf die Verhütung eingegangen. Ich finde häufiger ist es da noch, dass dann beschrieben wird, wie man zur damaligen Zeit abgetrieben hat.

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  2. Am meisten stören mich auch die Trilogien oder Serien allgemein. Vor allem, wenn man während des lesens plötzlich feststellt, daß man sich mitten in einer Reihe befindet und dauernd auf die vorhergegangenen Bücher angespielt wird >:-(

    Was mich bei meinem aktuellen Buch ziemlich nervt und ich ganz sicher nicht wieder lesen möchte: unnötige Brutalität, die mit der Handlung der Geschichte nichts zu tun hat (Veit Etzold "Final Cut")

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