Das Doppeltes-Lottchen-Problem: wenn sich Bücher zu sehr gleichen



Immer wieder kommt es vor, dass ich ein Buch lese und denke, „das hab ich schon mal gelesen“. Genauso gibt es Bücher, die eine altbekannte Geschichte von Neuem erzählen.  Manchmal stören mich solche Ähnlichkeiten sehr, manchmal aber auch nicht. Das kommt irgendwie immer auf den Schreibstil an und die Art und Weise, wie der Autor seine Geschichte verpackt. Wirklich vermeiden kann man solche Ähnlichkeiten ja auch nicht. Denn kein Autor kann das Rad neu erfinden. Und häufig liest man ja auch Bücher zu Themen, die einen gerade interessieren und da ist es dann auch kein Wunder, dass sie sich inhaltlich ähneln. 

Vor kurzem habe ich „Vier Beutel Asche“ von Boris Koch gelesen. Aktuell lese ich „Ostrich Boys“ von Keith Gray. In beiden Büchern geht es darum, dass ein Jugendlicher bei einem Fahrradunfall stirbt. Seine Freunde möchten ihm die letzte Ehre erweisen und entführen seine Urne, um die Asche des Verstorbenen an einen von ihm gemochten Ort zu bringen. 

Mit „Ostrich Boys“ habe ich jedoch so meine Probleme, weil ich immer wieder an „Vier Beutel Asche“ erinnert werde, Szenen zusammenmische und mich wundere, dass die Figuren aus „Vier Beutel Asche“ nicht auch mit den „Ostrich Boys“ im Zug sitzen. Gestern wollte ich die „Ostrich Boys“ deswegen schon abbrechen und habe ein anderes Buch angefangen. Heute denke ich wieder, dass ich die letzten 100 Seiten ruhig noch lesen sollte, weil mich die Thematik interessiert.

Ich habe mich wirklich darum bemüht, die beiden Bücher getrennt voneinander zu betrachten und sie nicht miteinander zu vergleichen. Dies gelingt mir jedoch nicht wirklich. Unter diesen Umständen ist es natürlich auch schwer, Keith Grays „Ostrich Boys“ unabhängig und neutral zu bewerten. Dies finde ich schon ein bisschen schade, denn das Buch kann ja nichts für diese Ähnlichkeit.

Bei welchen Büchern ging es euch so ähnlich? Lest ihr gerne mehrere Bücher zu einem Thema oder versucht ihr, immer ganz unterschiedliche Bücher zu lesen?

Kommentare:

  1. Ach Mensch, du hättest vielleicht noch ein bisschen warten sollen nach den vier KOCHbeuteln Asche :D

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    1. Hihi, stimmt, die Kochbeutel :-)

      Vermutlich hast du recht und es wäre wirklich besser gewesen, noch etwas zu warten. Aber ich dachte, der zeitliche Abstand wäre ausreichend. Ich war halt einfach neugierig auf die Ostrich Boys :)

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  2. Oh, das kenne ich. Das ging mir letztes Jahr bei "Splitter" von Sebastian Fitzek und "Der Trakt" von Arno Strobel so. Nach den Kurzbeschreibungen hatte ich eigentlich nicht das Gefühl, dass die Bücher zu ähnlich seien, aber als ich sie dann direkt hintereinander gelesen habe, fielen mir doch diverse Ähnlichkeiten auf. Ich fand sie aber trotzdem beide ganz gut und sie enden auch verschieden. Aber ich hätte selbst wenige Wochen danach schon beide Geschichten komplett miteinander vermischt, wenn mich jemand nach einer Inhaltsangabe gefragt hätte. ;-)
    Daher versuche ich meistens schon ähnliche Bücher nicht direkt nacheinander zu lesen.

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  3. Ich habe mir gerade mal die Infotexte zu beiden Büchern durchgelesen. Dass du da nach ein paar Wochen die Geschichten vermischt hättest, kann ich nachvollziehen. Das habe ich gerade bei Thrillern aber eh häufig, dass ich anfange im nachhinein Dinge zu vermischen.

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  4. Das Problem kenne ich und mich stört es auch extrem.
    Wer kennt nicht solche Bücher? Ganz bekannt und relativ aktuell sind ja die Shades of Grey und 80 days/Colours of Love Reihen - gleiche Thematik, die Protagonisten sind prinzipiell auch die gleichen - das finde ich langweilig. Ist vielleicht auch nicht so ganz mein Genre.
    Extrem gestört hat es mich allerdings beim Ende von "Ich fürchte mich nicht" - die Ähnlichkeit bzw. Übereinstimmung zu X-Men und Die Fantastischen Vier war so stark, dass ich es nicht glauben konnte.
    Das hat meine Bewertung des Buches stark herunter gezogen und die Geschichte, aus der man so viel hätte machen können, ist für mich nichts geworden. Sehr schade.
    Auch haben mich einige Handelsstränge in "der Kuss des Kjer" stark an "Thor" von W. Hohlbein erinnert - das fand ich aber gar nicht so schlimm, vor allem da Thor richtig schlecht war und in "Der Kuss des Kjer" viel mehr daraus gemacht wurde.

    LG
    Sari

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    1. Hallo Sari,

      meinst du mit "Ich fürchte mich nicht" das Buch von Tahereh Mafi oder noch ein anderes? Selbst gelesen habe ich es nicht, aber ich habe schonmal gehört, dass die Geschichte zum Teil nicht wirklich auf eigenen Ideen der Autorin beruhen soll.

      Wenn ein Autor eine bereits vorhandene Idee aufgreift und besser umsetzt, stört mich das auch nicht so, solange die Ähnlichkeit nicht zu groß ist und ich nicht beginne, die Geschichten miteinander zu vermischen.

      LG
      Jai

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  5. Ohoh, das kenne ich. Habe letztens "Dark Skye" gelesen und war erst begeistert. Aber zwischendurch hat es mich stark an "Engel der Nacht" erinnert. Eine Szene hat mich denken lassen, ich würde "Engel der Nacht" noch einmal lesen! Da habe ich mich ein bisschen geärgert. Deswegen ist es auch für mich schwer, für "Dark Skye" eine Rezension zu schreiben.

    Liebe Grüße Franzi

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    1. Hallo Franzi,

      dass es dir da schwer fällt, eine Rezension zu schreiben, kann ich verstehen. Mir würde eine Rezension zu "Ostrich Boys" auch sehr schwer fallen. Vermutlich würde es dann eher ein Vergleich als eine richtige Rezension werden. Deswegen habe ich mich entschieden, es gar nicht erst zu versuchen ;-)

      LG
      Jai

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  6. Ich hatte dieses Gefühl bei "Blackout" und "Rattentanz". Zwar liegen zwischen den Büchern Jahre, aber ich habe beide recht zeitnah hintereinander gelesen und war etwas überrascht. Dabei muss ich sagen, dass ich "Rattentanz" wirklich besser fand". Beide haben einfach das selbe Thema und an eingen Stellen auch ähnliche Abläufe...

    LG Lesefee

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    1. Hallo Lesefee,

      "Rattentanz" habe ich auch vor kurzem gelesen und die Rezension vor ein paar Tagen gebloggt. "Blackout" möchte ich gerne noch lesen, weil ich die Thematik interessant finde und es mich interessiert, wie ein anderer Autor sie umsetzt. Hier warte ich aber bewusst noch mit dem Kauf des Buches, um noch ein wenig Abstand zu "Rattentanz" zu gewinnen.

      LG
      Jai

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