"Die wundersame Geschichte der Faye Archer" von Christoph Marzi



 Klappentext: 

»Geschichten sind wie Melodien!« Mit diesen Worten verzaubert Alex Hobdon die junge Buchhändlerin Faye Archer vom ersten Augenblick an. Als er sein Skizzenbuch in ihrem Laden vergisst, tut Faye etwas völlig Untypisches: Sie schreibt Alex über Facebook an, und aus ein paar kurzen Chats entwickelt sich eine berührende Liebesgeschichte. Doch dann erfährt Faye, dass Alex ein Geheimnis verbirgt, das so unglaublich klingt, dass es eigentlich nur wahr sein kann, und Faye muss sich entscheiden, ob ihre Liebe zu Alex stark genug ist, dieses Geheimnis zu teilen ... (Quelle: HEYNE


Ich habe gerade die letzten Seiten von Christoph Marzis neuem Buch „Die wundersame Geschichte der Faye Archer“ gelesen und muss wieder einmal feststellen, dass es nicht gut ist, mit zu hohen Erwartungen an ein Buch heran zu gehen. Nachdem ich von dem Buch gehört habe, war ich sehr angetan davon und wollte es unbedingt lesen. Und ich wollte, dass es mir gefällt. Der Anfang ließ sich auch wirklich gut lesen. Ich bekam schnell ein Gefühl für die Szenerie und die Figuren. Auch Marzis Schreibe hat mir gefallen.

Doch spätestens nach der Hälfte änderte sich dieses positive Gefühl beim lesen. Faye fand ich nicht mehr niedlich, sondern naiv und künstlich, teilweise auch nervig und Alex kam mir sehr arschig vor. Der Verlauf der Geschichte wirkt auf mich sehr gestellt und unrealistisch. Beim Lesen bekam ich immer mehr den Eindruck, dass hier sehr stark gewollt wird, dass der Leser das Buch als niedliche und herzerwärmende Geschichte empfindet. Auch ich wollte die Geschichte so empfinden, was jedoch nicht funktioniert hat.

Der Mittelteil war etwas langatmig, denn so wirklich viel passiert ist nicht. Als Leser begleitet man Faye in ihrem Alltag, welcher sich ja doch immer wieder wiederholt. Es wird schnell klar, worauf die Geschichte hinausläuft.  Am Ende gibt es dann noch eine Wendung, welche mich doch überrascht hat. Insgesamt fand ich die Aufklärung des Ganzen sehr schwach und enttäuschend. Hier hatte ich definitiv mehr erwartet und vor allem etwas mehr Logik erhofft.

Das Cover finde ich auf den ersten Blick wunderschön. Auf den Zweiten finde ich es nicht mehr ganz so passend. Das Buch spielt im Herbst und nimmt immer wieder Bezug auf den Herbst und das aktuelle Wetter. Warum auf dem Cover dann eine winterliche und eine frühlingshafte Szenerie dargestellt ist, erschließt sich mir nicht.

Fazit:
Ich weiß nicht, ob mir das Buch vielleicht besser gefallen hätte, wenn ich es mit anderen Erwartungen gelesen hätte. Mir ist auch bewusst, dass sich meine Rezension sehr negativ anhört, dabei ist das Buch nicht von Grund auf schlecht und ich habe durchaus nette Lesemomente damit verbracht. Dennoch überwiegen die Kritikpunkte, so dass ich leider nur 2 Herzchen vergeben kann.

Die wundersame Geschichte der Faye Archer / Christoph Marzi / Heyne / 2013 / Broschiert / 383 Seiten / ISBN: 978-3453529922 / Preis: 14,99€ / Leseprobe /

Kommentare:

  1. Dieses Gefühl von "ich will, dass es mir gefällt" und das damit verbundene Scheitern, verbinde ich auch mit Marzi. Ich habe noch einen Roman von dem Autor im SuB und trau mich nicht so recht ran, weil ich am Ende immer so enttäuscht bin. Seine Geschichten kommen mir zu gewollt vor, zu konstruiert, zu "überatmosphärisch". Es fehlt mir bei ihm einfach das Gefühl für Zurückhaltung und feine Stilmittel, denn gerade bei den Geschichten, die er erzählen will, ist weniger oft mehr.

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    1. "Überatmosphärisch" trifft es wirklich gut. Dies ist mein erstes Buch von Marzi gewesen, so dass ich keine Vergleichsmöglichkeit habe. Aber ich finde dieses Wort sehr passend.

      Dass du dich nicht an das Buch auf deinem SuB herantraust, kann ich gut verstehen. Ich bin mir gerade auch unsicher, ob ich ein weiteres Buch von ihm lesen soll oder nicht. Vielleicht schaue ich mal in der Bibliothek.und vielleicht gefällt es mir dann ja auch, weil ich nicht mehr mit so hohen Erwartungen daran gehen werde.

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    2. Versuch es mal mit einem Bibliotheksbuch - dabei hast du ja nichts zu verlieren. ;) Bei mir sind es weniger die hohen Erwartungen, die am Ende so viel Enttäuschung aufkommen lassen, als das Gefühl, dass der Autor es so viel besser hätte machen können.

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    3. Das stimmt. Das ist mit einer der Gründe, warum ich die Bibliothek mag - man kann vieles ausprobieren, ohne gleich Geld zu investieren.

      Dieses Gefühl, dass der Autor es hätte besser machen können, kenne ich. Ich finde es auch immer schade, wenn ich dieses Gefühl habe. Ich versuche dann immer, daran zu denken, dass der Autor sicherlich schon sein Bestes gegeben hat, aber das hilft auch nicht immer ;)

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  2. Es ist immer wieder interessant, wie unterschiedlich die Meinungen doch sind :)
    Ich habe deine Rezi nicht gelesen, weil ich das Buch noch vor mir habe. Ich hab allerdings schon in den Roman rein gelesen und bin wieder einmal begeistert von Marzis Schreibe. Ich liebe eben genau diese Art des "überatmosphärischen". Ich kann mich immer und immer wieder darin verlieren. Ich benutze nicht nur ein Zitat Marzis als Blogüberschrift, sondern verwende diese (gemeinsam mit meiner besten Freundin) sogar im Alltag ;)

    Schade, dass Marzi dir nicht gefallen hat, aber glücklicherweise sind die Geschmäcker ja verschieden ;)

    Liebste Grüße
    Nanni

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    1. Wenn eine Geschichte sehr atmosphärisch mag ich das schon. Es gibt da jedoch eine Grenze und wenn die überschritten wird, ist es mir zu viel des Guten. Dies ist auch bei diesem Buch geschehen.

      Du hast natprlich völlig recht damit, dass die Geschmäcker ja zum Glück verschieden sind :) Es passt einfach nicht jedes Buch zu jedem Leser.

      Liebe Grüße zurück :)

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