"Ghostman" von Roger Hobbs


© GOLDMANN

„Sich unsichtbar zu machen, ist sein tägliches Geschäft. Beweise und spuren verschwinden zu lassen, damit kennt er sich aus. Diesmal geht es um einen misslungenen Überfall auf ein Kasino. Er soll aufräumen, die Spuren beseitigen. Eine Million Dollar in bar stehen auf dem Spiel – 48 Stunden hat er Zeit. Und da draußen gibt es jemanden, der es auf seinen Kopf abgesehen hat. Aber auch der wird ihn zuerst einmal finden müssen. Sie nennen ihn schließlich nicht umsonst Ghostman.“
(Quelle: Klappentext, © GOLDMANN)

Dieses Buch war in zweifacher Hinsicht eine Überraschung für mich. Eines Morgens lag ein Päckchen aus dem Hause GOLDMANN vor meiner Türe. Ich war ein wenig verwundert, denn weder hatte ich etwas angefordert, noch hatte ich (bewusst) an einem Gewinnspiel teilgenommen. Auf den ersten Blick haben mich weder das Cover, noch der Klappentext angesprochen. Das Cover wirkt auf mich billig, der Klappentext langweilig. Während des Lesens erlebte ich dann jedoch meine zweite Überraschung mit diesem Buch, denn der Inhalt ist ganz und gar nicht langweilig und mir hat das Buch wirklich gefallen.

 Roger Hobbs baut sehr schnell einen Spannungsbogen auf, welchen er bis zum Ende hält. Das Buch erzählt zwei Geschichten. In der Gegenwart geht es um den Überfall auf das Kasino. In Rückblicken in die Vergangenheit wird von einem anderen Überfall erzählt, bei welchem der Ghostman einen entscheidenden Fehler begangen hat. Durch diesen regelmäßigen Wechsel des Handlungsstranges wird die Geschichte sehr kurzweilig. Die Handlung ist zudem sehr actionreich und reicht von Verfolgungsjagden bis zu Schießereien.

Über den Protagonisten verrät Roger Hobbs nur wenig.  Man erfährt weder seinen richtigen Namen, noch wie alt er ist oder etwa wie er ungeschminkt und ohne Verkleidung aussieht. Und dennoch konnte ich irgendwie einen Bezug zu ihm aufbauen und bekam ein Gefühl dafür, wie er denkt und handelt. Dies kann jedoch auch daran liegen, dass der Protagonist keine besonderen Eigenarten und Merkmale hat, die ihn unverwechselbar machen und somit doch etwas stereotyp wirkt.

Es gab einige Szenen und Situationen, die auf den ersten Blick etwas merkwürdig wirkten. Ich habe eine Weile überlegt, wie ich dieses „merkwürdig“ am besten beschreiben soll. Es wirkte teilweise einfach so, als wären diese Szenen eigentlich anders geschrieben worden und dann im Nachhinein noch „glatt gebügelt“ worden.

Man lernt im Laufe der Geschichte ein wenig über professionellen Bankraub und darüber, wie sich so eine Gruppe aus lauter Verbrechern aufstellt. Dies fand ich sehr interessant, denn es gewährt einen Einblick in eine soziale Struktur, in welche ich ansonsten keinen Einblick habe.

Fazit:

Trotz einiger Schwächen konnte mich „Ghostman“ doch überzeugen und hat mir spannende Lesemomente beschert. Der Autor schreibt momentan an einer Fortsetzung, auf welche ich schon gespannt bin.
Ghostman / Roger Hobbs / GOLDMANN / 2013 / broschiert / 380 Seiten / ISBN: 978-3442313372 / Preis: 14,99€ / Leseprobe

1 Kommentar:

  1. Dieses Buch lese ich gerade, obwohl es ein für mich unbekanntes Genre ist und ich noch nie eine Geschichte mit solch einer Story gelesen habe, finde ich es bis jetzt nicht schlecht ;)
    Allerdings muss ich das Buch immer wieder mit Pausen lesen, weil man soviel an Informationen erfährt!

    LG Steffi

    AntwortenLöschen

Hallo! Natürlich könnt ihr mir hier gerne noch Kommentare hinterlassen. Da ich diesen Blog jedoch nicht mehr aktiv betreibe, werde ich Kommentare hier nicht mehr beantworten. Meinen neuen Blog findet ihr hier: www.literameer.de