[Helden des Alltags] Wat fott es es fott

"Wat fott es es fott" ist der 4. Paragraph des kölschen Grundgesetzes und bedeutet so viel wie "Jammere den Dingen nicht nach".

Im Laufe der letzten Monate hat sich in meinem Kleiderschrank so einiges angesammelt und irgendwann bestand er nur noch aus einem chaotischen Berg an Kleidungsstücken. Nun hatte ich endlich die richtige Stimmung, mich diesem Chaos zu widmen. Deswegen habe ich im ersten Schritt den kompletten Schrank ausgeräumt und alles aufs Bett und den Schlafzimmerboden verteilt. Somit war ich gezwungen, jedes Kleidungsstück, welches ich wieder in den Schrank räume, auch wirklich anfassen zu müssen. So läuft man dann auch nicht Gefahr, einige Stapel doch zu "übersehen".



Bevor ich ein Kleidungsstück wieder zurück in den Schrank geräumt habe, habe ich überlegt, wann ich es zuletzt getragen habe. Sobald es länger als 1 Jahr her gewesen ist, habe ich es auf den Weg-damit-Stapel gelegt. Habe ich es im vergangenen Jahr getragen, habe ich mich gefragt, ob es mir immer noch so gut gefällt, dass ich es heute im Laden wieder kaufen würde. Ja? Dann ab in den Schrank! Nein? Dann weg damit! Final zurück in den Kleiderschrank durften die Sachen dann, wenn alles damit in Ordnung war. Das schöne Shirt, dessen Loch ich doch nie nähen lasse? Weg damit. Den tollen Rock, der zu groß geworden ist und nur noch runter rutscht? Weg damit. Der Pulli, der zwar hübsch aussieht, aber furchtbar kratzt? Weg damit.

Und so hat sich der Weg-damit-Stapel ordentlich gefüllt. Ich habe die Sachen dann noch mal ein wenig sortiert. Vier große Säcke habe ich für die Kleiderspende aussortiert, ein Wäschekorb mit neuen, ungetragenen Sachen geht erst noch zum durchschauen an meine Mutter. Und damit sich die Säcke hier nicht stapeln und ich vielleicht doch noch in die Versuchung komme, sie auszuräumen und das ein oder andere zu behalten, habe ich sie gleich weggebracht.


Und jetzt habe ich einen wunderbar übersichtlichen und aufgeräumten Kleiderschrank mit lauter schönen Klamotten, die ich auch wirklich anziehe. Für die ganze Aktion habe ich schon etwas Zeit gebraucht, aber es war ein wunderbares Gefühl, abends in den ordentlichen Kleiderschrank zu schauen. Und genau dieses befreite Gefühl ist mein heutiger Held des Alltags! Manchmal muss man einfach ausmisten und entrümpeln, um wieder klar zu sehen. Nicht nur im Kleiderschrank. 

Amy und Mozart waren übrigens der Meinung, dass ich das nicht alleine schaffe und haben natürlich tatkräftig geholfen.


Weitere tolle Helden findet ihr wie immer bei ninotschka.