„Mit der Hölle hätte ich Leben können – Als deutsche Soldatin im Auslandseinsatz“ von Daniela Matijevic

© HEYNE
Daniela Matijevic ist mit der Bundeswehr als Rettungssanitäterin im Kosovo gewesen. Sie wurde mit großem Leid und furchtbaren Gräueltaten konfrontiert, arbeitete bis zur Erschöpfung und litt unter Hunger und Hitze. Nach 88 Tagen verlässt sie den Kosovo schwer traumatisiert. Zurück in Deutschland stößt sie auf viele bürokratische Hürden und jeder Menge Unverständnis für ihre Situation. 

Ich habe in meinem Bekanntenkreis mehrere ehemalige Soldaten, die im Auslandseinsatz mit der Bundeswehr gewesen sind. Einige von ihnen waren nach ihrer Rückkehr, so wie auch die Autorin, traumatisiert, weswegen mich die Thematik interessiert.

Die Schreibe der Autorin lässt sich sehr gut lesen. Dabei schreibt sie sehr bildhaft, so dass ich häufig das Gefühl hatte, direkt dabei gewesen zu sein. Ebenfalls erhält man einen umfassenden Einblick in ihr Gefühlsleben, ihre Gedanken und Ängste, so dass ihre Situation für mich sehr gut nachvollziehbar gewesen ist. Einige der beschriebenen Situationen waren sehr heftig und sind mir doch sehr nahe gegangen, weswegen das Buch keine leichte Kost ist.

Die Autorin und auch das Buch werden stark kritisiert. Im Netz gibt es zahlreiche Kommentare und Artikel (z.B. Legendenbildung – der grausige Krieg der Daniela M. - FAZ online, 28.02.2011) darüber, dass vieles, was die Autorin geschildert hat, so nicht gewesen sein kann. Auch für mich ist einiges nur schwer vorstellbar. Dennoch möchte ich nicht über die Autorin urteilen, denn das kann ich hier auch gar nicht. Das Buch fand ich dennoch sehr interessant und vor allem finde ich es wichtig, dass auf das Leiden von traumatisierten ehemaligen Soldaten aufmerksam gemacht wird. 


Mit der Hölle hätte ich Leben können – Als deutsche Soldatin im Auslandseinsatz ]  Daniela Matijevic ] Heyne ] 2010  ] Das Hardcover scheint vergriffen zu sein, als Ebook ist das Buch jedoch erhältlich: 240 Seiten ] ISBN: 9783641050245 ] Preis: 15,99€ [

Kommentare:

  1. Ich habe mir einmal den Artikel von der FAZ durchgelesen und fand ihn sehr interessant. Ich kannte das Buch bis eben noch nicht und habe es auch noch nicht gelesen, deswegen kann ich mir da kein Urteil erlauben. Aber was die Autorin schreibt, klingt ja echt hart - und wenn ich den Artikel so lese, weiß ich echt nicht, inwieweit ihr Buch glaubwürdig ist. Ich meine, wenn es wirklich KEINE Zeugen gibt und die Soldatin selber im „für sie passenden Moment" Erinnerungslücken hat, sollte man da wohl echt vorsichtig sein.
    Natürlich weiß man nicht, was stimmt und Soldaten müssen echt viel durchmachen - und werden trotzdem von vorne bis hinten kritisiert. Aber diese Frau bekommt ja nicht einmal Unterstützung aus den eigenen Reihen...
    Naja, die Wahrheit liegt wohl wieder irgendwo dazwischen und wenn man nicht dabei war...

    Auf jeden Fall aber ein sehr interessantes Thema!

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    1. Ich finde es auch schwer, sich hier eine Meinung zum Wahrheitsgehalt zu bilden. Ich denke jedoch, dass an den Kritiken etwas dran sein muss, sonst gäbe es sie nicht so zahlreich und vor allem nicht so detailliert. Das Thema finde ich jedoch dennoch interessant.

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