"Mit Worten kann ich fliegen" von Sharon M. Draper

© ueberreuter

Die elfjährige Melody ist die klügste Schülerin ihrer Schule. Doch leider weiß dies niemand außer ihr. Durch eine zerebrale Kinderlähmung kann Melody weder sprechen, noch laufen, noch schreiben und ist auf permanente Unterstützung angewiesen. Die meisten Menschen denken, dass Melody auch geistig behindert ist, was jedoch nicht stimmt. Melody leidet sehr darunter, sich nicht verständigen zu können. Umso aufregender wird ihr Leben, als sich ihr eines Tages doch eine Chance bietet, zu kommunizieren. 

"Mit Worten kann ich fliegen" lässt sich sehr gut lesen. Ich habe mich gut in die Geschichte eingefunden und habe Melody direkt ins Herz geschlossen. Sharon M. Draper lässt Melody ihre Geschichte selbst erzählen. Als Leser lernen wir eine sehr kluge, witzige, mutige, ehrliche, starke und manchmal auch sarkastische Persönlichkeit kennen. Melody ist sehr vielseitig, jedoch stets liebenswert und ich mochte sie als Protagonistin sehr. Häufig wirkte Melody auf mich sehr real, so dass ich eher das Gefühl hatte, eine Biografie als einen Roman zu lesen. 

Melody leidet am meisten darunter, dass sie sich nicht ausdrücken und niemanden an ihren Gedanken teilhaben lassen kann. Dies wird in verschiedenen Szenen sehr deutlich, ebenso wie sehr Melody versucht, sich trotzdem bemerkbar zu machen. Während sie von ihrer Umwelt, Ärzten, Mitschülern und Lehrern meistens für dumm und zurück geblieben gehalten wird, glaubt ihre Familie an sie. Eines Tages ergibt sich eine Möglichkeit für Melody, zu kommunizieren. Ich habe mich mehrfach gefragt, warum niemand schon früher auf diese Idee gekommen ist, fand es dennoch äußerst rührend, als sie ihre ersten Worte "gesprochen" hat. 

Gegen Ende der Geschichte baut die Autorin dann noch einmal gleich zwei dramatische Handlungsstränge ein, dies war mir aber zu viel Drama. Beide Handlungsstränge sollen wohl noch einmal verdeutlichen, wie unfair Melody häufig behandelt wird und wie schwer es ist, wenn man nicht sprechen kann, aber mir war beides bereits bewusst. Das Ende war leider zu dick aufgetragen und hat dem Roman damit etwas von seiner Natürlichkeit genommen. Schade. 

Fazit: 

Es war sehr interessant, Melody auf einem Stück ihres Weges zu begleiten. Dabei zeichnet die Autorin ein auf mich sehr real wirkendes Bild, so dass ich mir manchmal wirklich bewusst machen musste, einen Roman und keine Biografie zu lesen. Wie mies viele Menschen mit Melody umgehen, hat mich immer wieder sprachlos und wütend gemacht. Das Ende war mir zu dramatisch, aber insgesamt hat mir "Mit Worten kann ich fliegen" sehr gut gefallen. 


Mit Worten kann ich fliegen | Sharon M. Draper | ueberreuter | 2014 | Hardcover | 320 Seiten | ISBN: 978-3764170103 | Preis: 14,95€ 

Kommentare:

  1. Oh, das Buch steht auch noch auf meiner Wunschliste. Deine Rezension klingt vielversprechend, auch wenn das Ende wohl sehr dramatisch geraten ist. So was mag ich auch eher nicht, wenn der Rest des Buches realistisch gehalten war. Aber Melody klingt nach einer tollen Protagonisten, die genau meinen Geschmack treffen wird.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ich kann mir auch gut vorstellen, dass du Melody mögen wirst.

      Löschen
  2. Das hört sich wirklich toll an. Ich mag ja Bücher mit liebenswerten Hauptcharakteren. Ich merke es mir mal.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ich kann mir auch gut vorstellen, dass es dir gefällt :)

      Löschen

Hallo! Natürlich könnt ihr mir hier gerne noch Kommentare hinterlassen. Da ich diesen Blog jedoch nicht mehr aktiv betreibe, werde ich Kommentare hier nicht mehr beantworten. Meinen neuen Blog findet ihr hier: www.literameer.de