"Mutter des Monats" von Gill Hornby

© KiWi
Klappentext: 

"Auf, auf zum fröhlichen Mütterkampftag!

Wer sammelt am meisten Geld, backt den köstlichsten Kuchen, schreibt die besten Protokolle, hat den innigsten Kontakt zum Schulrektor, kurz: Wer wird Mutter des Monats? Intrigen, Schulbälle, Versammlungen und Kofferraumverkäufe - ein Schuljahr hat ja für die ehrgeizige Mutter noch so viel mehr zu bieten als die reine Hausaufgabenbetreuung und das Schmieren von Pausenbroten. Gill Hornby hat einen bitterbösen und saukomischen Roman geschrieben, der alle lesenden Mütter begeistern wird."

Quelle: KiWi 

Thematisch passt dieses Buch eigentlich überhaupt nicht zu meinen Interessen und ich bin auch keine Mutter. Dennoch hat es mich irgendwie angesprochen. Vielleicht war es das Wort "bitterböse" im Klappentext. 

Das Buch lässt sich sehr leicht lesen, da der Schreibstil der Autorin sehr angenehm ist. Manchmal flogen die Seiten nur so dahin und ehe ich mich versah, war schon wieder ein Kapitel gelesen. Leider gibt es im letzten Drittel doch einen kleinen Hänger und das ganze hat sich etwas gezogen. Hier wären ein paar Seiten weniger vielleicht etwas mehr gewesen. 

Es kommen sehr viele Personen darin vor, am Anfang wirkte dies etwas verwirrend. Im Laufe der Geschichte erhält man jedoch mehr Informationen zu den einzelnen Figuren und kann sie dann auch recht gut auseinander halten. Gekonnt porträtiert die Autorin die verschiedenen Persönlichkeiten sowie ihre unterschiedlichen Charakterzüge. Die Figuren sind wirklich sehr gut ausgearbeitet. Man kann sich als Leser ein sehr genaues Bild davon machen, welche Rolle welche Person in der Geschichte spielt und warum sie sich verhält wie sie sich verhält. Ebenfalls macht die Autorin sehr deutlich, dass jedes Verhalten bei anderen Menschen zu einer Reaktion führt, wie ineinander greifende Zahnräder. Überhaupt wirkt die ganze Geschichte auf mich wie ein einziges, großes ineinandergreifendes  Zahnrad und die Autorin erklärt scharfsinnig warum das so ist. 

Ich dachte, dass es sich bei "Mutter des Monats" um lockere und eher oberflächliche Kost handelt. Damit habe ich mich jedoch getäuscht, denn die Geschichte ist tiefgründiger als ich erwartet habe. Neben allen Aktivitäten rund um die Schule hat jede der Figuren ihr ganz eigenes Päckchen zu tragen, die eine ein schwereres, die andere ein leichteres, alle sind jedoch "ernst genug" um zu verdeutlichen, dass auch das Leben dieser Mütter nicht nur aus Kuchen backen und Spenden sammeln besteht. Und wenn doch, so wird deutlich, dass es auch dafür Gründe gibt. 

Fazit: 

"Mutter des Monats" von Gill Hornby hat mir insgesamt sehr gut gefallen. Besonders die Fähigkeit der Autorin, die einzelnen Figuren psychologisch so feinsinnig zu porträtieren, hat mich beim Lesen immer wieder beeindruckt. 


Mutter des Monats | Gill Hornby | KiWi | 2013 | Taschenbuch | 400 Seiten | ISBN: 978-3-462-04503-1 | 
Preis: 9,99€ | Leseprobe 

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