"Glücklich ohne Geld – Wie ich ohne einen Cent besser und ökologischer Lebe" von Raphael Fellmer

Themen wie Nachhaltigkeit und Umweltschutz interessieren mich. Und auch die Idee eines Lebens ohne Geld finde ich interessant, weswegen ich zu Raphael Fellmers Buch „Glücklich ohne Geld“ gegriffen habe. Der Autor ist mir trotz zahlreicher Berichte in den Medien bislang nicht bekannt gewesen, so dass ich vollkommen unvoreingenommen an das Buch gegangen bin.

Das Buch beginnt damit, dass der Autor von seinen Reisen erzählt. Dabei wirkt er auf mich sehr selbstgefällig und wird mir somit gleich unsympathisch. Munter reist er durch die Weltgeschichte und schneidet mal hier und mal da ein Thema an. Wirklich behandelt wird jedoch keines dieser Themen, stattdessen wird eifrig das Ego des Autors gepusht. Ich hatte gehofft, etwas Interessantes zu lesen zu bekommen. Leider dient das Buch scheinbar mehr dazu, darzustellen wie toll und klug der Autor doch ist, als sich wirklich mit den angeschnittenen Themen auseinander zu setzen.

Insgesamt ist das Buch für mich eher eine Mogelpackung. Aus meiner Sicht lebt der Autor nicht ohne Geld, er bezahlt eben nur nichts, weil er andere Leute findet, die seine Rechnungen bezahlen. Das ist für mich aber kein Leben ohne Geld. Ein Leben ohne Geld wäre beispielsweise, ohne Strom zu leben oder den Strom selbst zu erzeugen. Sich einfach nur jemanden zu suchen, der die Stromrechnung bezahlt hat nichts mit einem Leben ohne Geld zu tun. Und das Buch ist voll mit ähnlichen Beispielen.

Der Schreibstil lässt sich eigentlich ganz nett lesen. Die starke Ich-Bezogenheit von Raphael Fellmer ist jedoch anstrengend. Zudem wird der Lesefluss durch diverse Flüchtigkeitsfehler immer wieder unterbrochen.

Der Autor fordert dazu auf, das Buch nicht zu behalten, sondern weiter zu verschenken. Dieser Aufforderung komme ich gerne nach, denn für ein solches Werk ist mir der Platz in meinem Buchregal zu schade. Man kann sich das Buch auch kostenlos als Kindle Ebook herunterladen.

Glücklich ohne Geld – Wie ich ohne einen Cent besser und ökologischer Lebe / Raphael Fellmer / Redline Verlag / 2013 / Broschiert / 225 Seiten / ISBN: 978-3868815054
/ Preis: 14,99 Euro / Kostenlos als Kindle Ebook verfügbar /

Dieses Buch habe ich bereits im Januar gelesen und rezensiert. Die Rezension erschien zuerst auf einem Projekt-Blog, da ich diesen jedoch vorerst schließen werde, erscheint sie nun auch hier.

Kommentare:

  1. Das hört sich wirklich nach einem Buch zum verschenken an... Doch wer braucht so ein Buch?
    Liebste Grüße,
    Kasia

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    1. Wäre was fürs Schrottwichteln oder so was:-) Wobei es ja auch Leute gibt, denen das Buch gefallen hat. Ich hab es meiner Chefin gegeben, weil sie sich auch für solche Themen interessiert. Hab ihr aber gesagt, dass es mir nicht gefallen hat.

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  2. Echt schade, aber Ratgeber-Autoren neigen dazu.... Verschenken? Werb raucht denn solche schlechten Bücher?

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    1. Ja, das stimmt leider. Das hat mir schon das ein oder andere Buch vermiest.

      Wie oben schon mal geschrieben, fürs Schrottwichteln ist das Buch geeignet ;)

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  3. Uff, das klingt wirklich nicht gerade doll. Ich finde dieses "Leben ohne Geld, in dem ich mich bei anderen bediene" auch sehr bedenklich - vor allem, da es genügend Beispiele gibt, wo es Menschen gelingt wirklich mit sehr wenig auszukommen. Diese Leute arbeiten dann für die Dinge, die sie benötigten, und tauschen ihre Produkte gegen Sachen, die sie nicht selber herstellen können.

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    1. Das sehe ich wie du. Es ist ja wirklich möglich, mit wenig auszukommen, bzw. nur wenige Kosten zu produzieren. Ich finde das schon etwas bewundernswert, ich könnte das nicht. Ich schmeiße das Geld sicher nicht zum Fenster raus, achte auch auf Strom und Wasser, aber so ganz ohne wäre nichts für mich. Das Prinzip des Tauschens finde ich auch gut.

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    2. Eine Bekannte von mir hatte das ganz gut geschafft. Sie lebte in einem besetzten Haus, ging containern und hatte ein Umfeld, in dem mehrere Leute so lebten - was dazu führte, dass sich diese Gruppe von Leuten gut ergänzte und man sich gegenseitig mit Sachen und Fähigkeiten aushelfen konnte. Aber mir wäre das auch zu herausfordernd.

      Auf Strom, Wasser usw. achten wir auch. So haben wir zu zweit den von unserem Anbieter errechneten Bedarf für einen 1-Personen-Haushalt ... ohne dass wir das Gefühl haben, wir würden uns einschränken oder auf Stromfresser wie die Playstation verzichten müssen.

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    3. So ein Beispiel kenne ich auch, da hat das auch gut geklappt. Es ist keine Lebensweise, die ich mir für mich vorstellen kann, aber ich finde es toll, wenn Leute das können und durchziehen.

      Wow, da habt ihr wirklich einen geringen Verbrauch. Und umso besser, wenn ihr nicht das Gefühl habt, euch einschränken zu müssen. Wir hatten hier mal einen Stromfresser, den wir erst entdeckt haben, als wir uns vom Stromanbieter so Verbrauchsmessgeräte geliehen haben. Dieser Stromfresser wurde abgeschaltet und unsere Rechnung ging stark nach unten. Bei einem 1-Personen-Stromverbrauch sind wir noch nicht angekommen, aber mal schauen, wie das nächstes Jahr aussieht.

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    4. Ich habe wirklich nicht das Gefühl, dass wir uns groß einschränken. Wir haben seit einem Jahr einen Wäschetrockner, der zweimal die Woche läuft, dann ist seit zwei Jahren der Backofen regelmäßig in Betrieb und die Playstation ist ja auch so ein Fresserchen. Außerdem hängen ständig Geräte zum Laden an der Steckdose ... Auf der anderen Seite ist der Wäschtrockner neu und so stromsparend wie es nun mal bei einem Wäschtrockner möglich ist, den Kühlschrank haben wir auch vor einiger Zeit ausgetauscht und wir sind chronische Geräteabschalter, sobald etwas nicht mehr benötigt wird. ;)

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    5. Alle Geräte wirklich ab- und nicht nur auf Standby zu schalten, habe ich mir auch konsequent angewöhnt. Es spart doch eine Menge auf die Dauer ein. Und es macht ja auch wirklich keine großen Umstände. Was sich auf dem Konto allerdings auch sehr positiv bemerkbar gemacht hat, war im vergangenen Frühjahr der Wechsel des Stromanbieters.

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    6. Beim Stromanbieter könnten wir vermutlich noch sparen, aber da war es uns wichtig Ökostrom zu haben (auch wenn das eher ein Zeichensetzen ist als wirklich die Garantie für ökologisch erzeugten Strom).

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  4. Oha, da hätte ich jetzt auch etwas anderes erwartet, hab mir dieses Buch vor Ewigkeiten mal gratis heruntergeladen... ich denke es wird wohl auch erst einmal ungelesen bleiben...

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    1. Du verpasst nichts, wenn es noch etwas liegen bleibt ;-)

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  5. Hm. Das Thema finde ich schon interessant, weil es kostenlos ist, habe ich es mir auch mal runtergeladen...aber ich habe so das dumpfe Gefühl, das es beim reinblättern bleiben wird. ;)

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    1. Interessant finde ich das Thema auch. Nur in diesem Fall hapert es mE einfach an der Umsetzung. Wenn du reinblätterst und doch hängen bleibst, bin ich gespannt auf deine Rezension.

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