"Peace Food" von Rüdiger Dahlke

Dass die Art unserer Ernährung uns krank machen oder dafür sorgen kann, dass es uns besser geht, ist schon lange bekannt. In "Peace Food" erklärt der Mediziner und Autor Rüdiger Dahlke, die Auswirkungen der tierischen und veganen Ernährung auf den Körper und die Seele. Laut Dahlke geht es vielen Menschen schlecht, weil sie sich schlecht ernähren und ihre Ernährung zu viele tierische Inhaltsstoffe enthält. Rüdiger Dahlke erklärt welche Krankheiten durch falsche Ernährung gefördert werden und warum pflanzliche Ernährung diesen Krankheiten vorbeugt, er zeigt wie schlecht mit den Tieren, die das Frühstücks-Ei legen oder zum Schnitzel auf dem Teller werden umgegangen wird und erklärt, wie man auf eine pflanzliche Ernährungsform umsteigen kann. Und damit auch jeder gleich loslegen kann, beinhaltet das Buch 30 vegane Rezepte.




Ich beschäftige mich nun schon seit langem mit veganer Ernährung und finde auch die ganzheitlichen Konzepte Dahlkes interessant, weswegen klar war, dass ich früher oder später zu "Peace Food" greifen werde.

Gerade den ersten Teil des Buches, in welchem es um Krankheiten und die Auswirkungen einer tierischen bzw. pflanzlichen Ernährung auf den Körper und die Gesundheit geht, fand ich thematisch sehr interessant. Durch Dahlkes Schreibweise ist es mir jedoch schwer gefallen, diese Kapitel schnell zu lesen und ich habe für das Buch auch zwei Anläufe gebraucht. Er bezieht sich sehr häufig und gerne auf verschiedene Studien, wie die bekannte "China Study". Teilweise wirkt das Buch auf mich dadurch wie eine Aneinanderreihung einzelner Studien. Auch verweist der Autor oft auf seine eigenen Werke und erklärt für mein Verständnis auch zu wenig, weil es ja in einem seiner anderen Bücher schon steht. Doof nur, wenn man so wie ich, die anderen Bücher Dahlkes nicht gelesen hat. Hier wäre etwas mehr eigener Text definitiv wünschenswert gewesen. Trotz dieser Kritikpunkte fand ich den Inhalt dieses Abschnittes durchaus interessant und habe einiges Neues dadurch erfahren.

Wer sich bereits mit dem Thema Massentierhaltung & Co. beschäftigt hat, wird im Kapitel über dieses Thema wenig Neues finden. Dennoch finde ich es wichtig, dass Dahlke auf das Leid der Tiere eingeht und dem Leser die Augen dafür öffnet.

Auch die Tipps zur Umstellung der Ernährung fand ich sehr gut. Hier gab es zwar zu viele Verweise auf ein bestimmtes Nahrungsmittel, welche häufig wie Werbung wirkten, davon einmal abgesehen bietet das Buch jedoch wirklich hilfreiche Tipps und Informationen.

Zum Abschluss gibt der Autor dem Leser 30 vegane Rezepte an die Hand, welche meist leicht nachkochbar sind. Bislang habe ich noch kein Rezept nachgekocht, ich habe mir jedoch das ein oder andere für einen späteren Zeitpunkt gemerkt.

Insgesamt ist "Peace Food" ein sehr interessantes Werk. Wären die vielen Verweise auf diverse Studien sowie andere Werke des Autors nicht, ließe es sich vermutlich richtig gut lesen. Dennoch ist das Buch informativ, bietet gerade auch für Neulinge gute Tipps und Informationen. Allerdings finde ich es auch wichtig, sich eine eigene Meinung zu den Dingen zu bilden und nicht blind, alles als gegeben zu betrachten.


Peace Food: Wie der Verzicht auf Fleisch und Milch Körper und Seele heilt / Rüdiger Dahlke / GRÄFE UND UNZER Verlag / 2011 / Hardcover / 336 Seiten / ISBN: 978-3833822865 / Preis: 19,90€

Kommentare:

  1. Danke für die interessante Rezension! Ich hatte "Peace Food" schon öfters in der Hand, gerade als ich mich in der Umstellung zur veganen Ernährung befand, habe es aber nie gekauft.
    Ich denke, dass Dahlke die vielen Studien so genau erwähnt, weil sich Veganer immer und immer wieder die selben Fragen anhören müssen. "Woher bekommst du dein Eiweiß?" "Eine Tomate, die aus Italien hier her gefahren wurde, soll für die Umwelt besser sein, als ein Rind, das nebenan beim Bauern auf der Wiese stand?" "Wie stellt du sicher, dass du dich nicht mangelernährst?" - wirklich, es ist eine Endlosschleife. Da ist man ganz dankbar, wenn man wissenschaftliche Studien im Rücken hat, auf die man sich zur Not in einer Diskussion berufen kann.
    Wichtig ist, wie du bereits geschrieben hast, sich seine eigene Meinung zu bilden. Ich habe schon einige Leute getroffen, die nach der Umstellung zur veganen Ernährung wieder den Schritt zum Vegetarismus gemacht haben, weil sich plötzlich zahlreiche Kreuzallergien gemeldet haben. Nicht immer ist vegan sein für alle das allerbeste - aber das bekommt man eben nur heraus, wenn man es ausprobiert :-)

    LG
    Martina

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo Martina,

      ich habe es auch schon vorher öfter in der Hand gehabt, und wollte es dann doch endlich mal lesen, um nicht immer wieder aufs Neue zu überlegen, ob ich es nun lese oder nicht ;)

      Dein Argument bezüglich der vielen Studien ist sehr interessant, danke dir dafür. Denn es stimmt, man ist wirklich vielen Diskussionen ausgesetzt. Ich will gar nicht groß darüber diskutieren, werde aber auch immer wieder drauf angesprochen von Leuten, die dann auch darüber diskutieren wollen. Ich bin ja auch nicht generell gegen Studien, möchte auch selbst zumindest mal einen Blick in die China Study werfen, aber bei dem Buch hat es für mich einfach den Lesefluss gestört.

      Und es stimmt, nicht für alle ist die vegane Ernährung die Beste, aber das muss man eben wirklich ausprobieren. Ich denke, wenn man sich bewusst mit seiner Ernährung beschäftigt und sich Gedanken darüber macht, was man da auf dem Teller liegen hat, dann findet man früher oder später auch die Ernährungsform, die für einen selbst am besten ist.

      LG
      Julia

      Löschen

Hallo! Natürlich könnt ihr mir hier gerne noch Kommentare hinterlassen. Da ich diesen Blog jedoch nicht mehr aktiv betreibe, werde ich Kommentare hier nicht mehr beantworten. Meinen neuen Blog findet ihr hier: www.literameer.de