"Mordsommer" von Rudi Jagusch


Nina lebt in Köln und steht kurz vor ihrer Beförderung zur Oberstaatsanwältin. Mit ihrer Karriere wäre es jedoch schnell vorbei, wenn heraus kommen würde, was Nina vor über 20 Jahren getan hat. Als sie einen anonymen Brief erhält, der sie zu einem abgelegenen Ort in der Eifel bittet, sieht sie um ihr Geheimnis zu wahren keine andere Möglichkeit, als der Einladung zu folgen. Am Zielort angekommen, stellt Nina fest, dass nicht nur sie, sondern auch die anderen Mitglieder ihrer alten Clique, eine Einladung erhalten haben. Statt Freude über das Wiedersehen herrscht Misstrauen und schnell wird klar, dass jemand ein mörderisches Spiel mit der Clique spielt.



Auf Rudi Jagusch wurde ich im letzten Jahr durch seinen Thriller "Amen" aufmerksam. Da mir das Buch gut gefallen hat, stand auch das neue Werk des Autors, "Mordsommer" auf meiner Wunschliste.

Das Buch steigt schnell in die Geschichte ein, welche aus zwei Handlungssträngen besteht. Ein Teil der Geschichte handelt von der Gegenwart und erzählt wie Nina den Brief findet, in die Eifel aufbricht sowie von den dortigen Geschehnissen. Der zweite Handlungsstrang erzählt in Rückblicken von den Aktionen der Clique im Sommer 1991. Ich fand den zweiten Handlungsstrang spannender, weil ich einfach neugierig darauf war, was wohl passiert sein mag.

Gegen Ende lässt die Spannung der Geschichte allerdings stark nach. Die Situation in welche die ehemalige Clique in der Eifel gerät war irgendwie recht platt, die Handlungen vorhersehbar. Auch die Geschehnisse der Vergangenheit sind gegen Ende vorhersehbar.

Einige Szenen sind recht brutal und obwohl ich doch so einiges ab kann, ist mir teilweise fast schlecht geworden. Der Autor beschreibt die Gefühle der Protagonisten so eindringlich, dass die gesamte Szenerie recht greifbar wirkt. Ich finde es gut, wenn es einem Autor gelingt, starke Gefühle beim Lesen hervorzurufen. Dies ist Rudi Jagusch definitiv gelungen. Allerdings wirkte die Brutalität auf mich teils so, als sollte sie davon ablenken, dass sich die Geschichte nicht richtig weiterentwickelt.

Mich hat das Buch leider enttäuscht. Die Geschichte ist platt, hat keine Dynamik und kein Eigenleben. Die Figuren sind mir in ihrem Versuch individuell zu sein schon wieder viel zu stereotyp. Insgesamt wirkt das Buch auf mich wenig lebendig und am Ende war ich froh, als ich die letzte Seite gelesen hatte. Da mir "Amen" wirklich gut gefallen hat, hatte ich mir hier mehr erhofft. Schade.

Mordsommer | Rudi Jagusch | Heyne | 2015 | Taschenbuch | 464 Seiten | ISBN: 978-3453437852 | Preis: 9,99€

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